Wie IDV Schweiz Kantone und Gemeinden verbindet

Das SECO und AdNovum haben an den InfoSocietyDays 2017 ihr gemeinsames Projekt IDV Schweiz präsentiert. IDV Schweiz föderiert als Verbund Authentisierungsdienste und verbindet so Stellen der öffentlichen Verwaltung.

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Im März war es wieder soweit: Vom 7. bis 10. des Monats fanden in Bern die InfoSocietyDays 2017 statt. Der Anlass hat bei AdNovum lange Tradition, weshalb sie auch 2017 an dieser Plattform für Innovation und Wandel in der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft vertreten war.

 

Am zweitägigen Swiss eGovernment Forum präsentierte Christian Weber vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) gemeinsam mit Hans Burger von AdNovum den Prototyp des sogenannten Identitätsverbund Schweiz (IDV). Dabei handelt es sich um ein Projekt unter der Federführung des SECO mit dem Ziel, einen umfassenden förderierten Authentisierungsdienst für die Schweiz aufzubauen. Das SECO hatte das Projekt im September 2015 ausgeschrieben und AdNovum als Entwicklungspartnerin gewählt.

 

Gemeinden und Kantone verbinden

IDV Schweiz soll es beispielsweise einem Mitarbeiter einer Gemeinde erlauben, mit dem Gemeinde-eigenen Identity Provider (IdP) auf kantonale Applikationen zuzugreifen. Heute ist das nur mit erheblichem Aufwand seitens des Kantons möglich, denn er muss alle Gemeinden mit ihren IdP separat integrieren.

 

Am eGovernment Forum stellten Christian Weber und Hans Burger nun die Lösung vor: Identity Federation. Das Verfahren ermöglicht es, elektronische Identitäten aus unterschiedlichen Quellen anzuerkennen bzw. deren Authentisierung für den eigenen Dienst zu nutzen.

 

Christian Weber beschrieb es wie folgt: "IDV erfüllt das Bedürfnis, Dienste über fremde IdP zugänglich zu machen. Dazu positioniert sich der IDV Broker zwischen den Diensten und den IdP. Den Diensten gegenüber erscheint er wie ein IdP, ist aber selber keiner, sondern agiert vielmehr als PROXY. Er vermittelt "über Kreuz" zwischen IdP und Diensten."

 

Beispiel Aargau

Als praktisches Beispiel zog Christian Weber den Kanton Aargau heran. Eine kantonale Applikation sei via IDV Schweiz nicht nur für Gemeinden des Kantons Aargau (etwa Suhr) erreichbar, sondern theoretisch für alle angeschlossenen IdP. Das heisst, auch für Gemeinden fremder Kantone, beispielsweise Olten oder Nyon. Ebenso könne eine Gemeinde ihre  Bürgerservices für IdPs anderer Gemeinden zugänglich machen. So wäre es etwa möglich, dass ein Einwohner von Niederbipp bei der Gemeinde Oensingen online eine Parkkarte bestellt.

 

Diese Ausführungen dürften insbesondere bei den zahlreichen Vertretern der öffentlichen Verwaltung im Publikum auf reges Interesse gestossen sein. Denn IDV Schweiz ist bereits zum Greifen nah – die Pilotphase startet Ende dieses/Anfang nächstes Jahr.